Gewaltpräventives Angebot für die Berufsvorbereitungsjahre und die Berufsfachschule

Vor den Winterferien fand an der BBS Wittlich ein gewaltpräventives Angebot für mehrere Klassen statt. In diesem Rahmen besuchte Herr Christoph Rickels die Schule und berichtete eindrucksvoll von einer selbst erlebten Gewalterfahrung:

” (…) ich weiß, was eine einzige Sekunde der Gewalt anrichten kann. Mit 20 Jahren wurde ich durch einen einzigen Faustschlag schwer verletzt. Der Aufprall meines Kopfes auf den Steinboden beförderte mich für vier Monate ins Koma. Als ich wieder aufwachte, war nichts mehr wie zuvor: Seitdem bin ich schwerbehindert.”

In seinem Vortrag schilderte er offen die tiefgreifenden Veränderungen in seinem Leben sowie seine Erfahrungen mit Gerichten, gesundheitlichen Einschränkungen und seelischen Belastungen.

Trotz dieser traumatischen Erlebnisse gelang es Herrn Rickels, aus der Gewalterfahrung etwas Positives zu entwickeln. Mit seinem selbst gegründeten Präventionsprojekt „First Togetherness“ setzt er sich dafür ein, Jugendlichen die Folgen von Gewalt bewusst zu machen. Seine zentrale Botschaft: „Gewalt ist nicht cool. Sie macht alles kaputt.“ Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitete er, welche Konsequenzen Gewalt für Opfer, Täter und das soziale Umfeld haben kann.

Der 90-minütige Vortrag, den Herr Rickels regelmäßig an Schulen und in Justizvollzugsanstalten hält, setzte ein starkes Zeichen für ein gewaltfreies Miteinander. Das Angebot wurde von drei Klassen der Berufsvorbereitung sowie drei Klassen der Berufsfachschule I wahrgenommen. Im Anschluss nutzten die Schülerinnen und Schüler engagiert die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen.