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Hinauf! Hinauf zum Schloss!

Exkursion der Leistungskurse Deutsch, Geschichte und Sozialkunde des BGY 13

zum Hambacher Schloss


Unsere Führung:

Die Ausstellung „ Hinauf, hinauf zum Schloss!“ lud uns ein, uns in den Festzug zum Hambacher Schloss einzureihen. Wir erfuhren Details zum Verlauf des Festes, wer seine Teilnehmer waren und was sie bewegten. Eine Reihe spannender Medien- und Aktivstationen regte im wahrsten Sinne des Wortes zum Begreifen, Erfahren und Erleben an. Der Ausstellungsrundgang entlang des Festzuges zum Hambacher Schloss präsentierte uns einen Überblick über die Geschichte der Demokratie in Deutschland. Eine der wichtigsten Errungenschaften des demokratischen Entwicklungsprozesses ist die Verfassung von Grundrechten, wie wir erfahren haben. Die Entwicklung von der ersten Festschreibung 1789 bis hin zu den gegenwärtigen Bestrebungen nach einer europäischen Verfassung konnten wir anschaulich nachvollziehen.

Eine originale Fahne des Hambacher Festes ist ein besonderes Ausstellungsexponat und bildet ein Stück lebendige Geschichte.


Was ist das Hambacher Fest (27-30.5.1832)?

Das Hambacher Fest, welches zum Gedenken des bayerischen Verfassungstages (26. Mai) einberufen wurde, gilt als Wiege der deutschen Demokratie. Es erschienen ca. 20.000-30.000 Menschen aus deutschen Staaten, auch Frauen wurden zu den Reden eingeladen. Diese Reden forderten meist politische Reformen in Deutschland, Freiheit, Bürgerrechte, eine nationale Einheit und eine Neuordnung Europas. Aber aufgrund der späteren Verurteilung der Redner, wurden die Reformen nicht umgesetzt.

Als Symbol wählte man die Schwarz-Rot-Goldene Fahne, die während der Kriege gegen Napoleon verwendet wurde und somit ein Zeichen der Einheit aller Deutschen darstellte. Diese Farben entsprachen den Uniformen der Lützower Jäger (schwarze Uniformen, rote Kragenaufschläge und golden schimmernde Knöpfe). Ein Mythos, der sich um die Fahne rankt, besagt, dass die Farben auf die Situation im deutschen Vormärz verweisen: Aus der Finsternis der Vergangenheit/ Restauration (schwarz) müsse blutig (rot) eine goldene Zukunft (gold) erkämpft werden.


Wie kam es zu den nationalistischen und liberalistischen Bestrebungen in den deutschen Staaten – zur historischen Einordnung des Hambacher Festes...

Napoleon veränderte mit seiner imperialen Politik die territoriale und politische Ordnung Europas. Nach dem endgültigen Sieg der vereinten europäischen Mächte strebten die europäischen Fürstenhäuser die Restauration der territorialen Gegebenheiten an: Die politischen Verhältnisse vor der Französischen Revolution sollten wieder hergestellt werden. Diese Entwicklung spiegelt den Kampf der Fürstenhäuser gegen die aufkommenden nationalen und liberalen Bestrebungen, welche sich jedoch nicht mehr gänzlich unterdrücken ließen, sich im deutschen Vormärz (1815-1848) immer wieder Bahn brachen und schließlich in der Märzrevolution von 1848/49 gipfelten. So repräsentiert das Hambacher Fest die revolutionären National- und Freiheitsbewegungen, weshalb das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie bezeichnet werden kann: Die Ideen, die in die Verfassung der Frankfurter Paulskirche einflossen, hatten hier ihren Ursprung.

Darüber hinaus symbolisiert das Hambacher Fest nicht nur den Kampf der „Deutschen“ für liberale Rechte und einen Nationalstaat, sondern ist Symptom einer europäischen Entwicklung (vgl. Polens Kampf gegen die russische Vorherrschaft)