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Schüler gewinnen beeindruckende Einblicke in ein Forschungszentrum

Zwei Klassen des Beruflichen Gymnasiums besichtigen Fusionsreaktor in Greifswald

Im Rahmen einer Berlinfahrt reisten zwei Klassen des Technischen Gymnasiums der Berufsbildenden Schule für Umwelt und Technologie Wittlich auch einen Tag an die Ostsee. Dort stand jedoch nicht etwa ein Kurztrip ans Meer, sondern eine Besichtigung des Fusionsreaktors Wendelstein 7-X auf dem Programm. Die Experimentieranlage zur Erforschung der Kernfusionstechnik, die vom renommierten Max-Planck-Institut geleitet wird, lieferte den staunenden Schülern Einblicke in neueste wissenschaftliche Forschungen. Im Physikunterricht waren zwar die theoretischen Hintergründe bereits thematisiert worden, doch nun hatten die 45 Schüler die Gelegenheit, sich vor Ort live und praxisnah im Gespräch mit Experten zu informieren. Durch die Fusionstechnologie soll in einigen Jahrzehnten das Energieproblem gelöst werden. Bislang funktioniert die Technik allerdings nur als Bombe in Form der Wasserstoffbombe. Eine reproduzierbare dauerhafte „kalte“ Fusion mit positiver Energiebilanz zur Stromerzeugung ist bisher nicht gelungen. Genau daran aber tüfteln die Physiker in Greifswald und die Schüler zeigten sich nicht nur von der investierten Summe von einer Milliarde Euro Forschungsgeldern, sondern auch von der Technik und dem dazu erforderlichen Aufwand beeindruckt.

Wann wird man in Greifswald Strom erzeugen? Was, wenn es schief geht? Ist die hohe Investitionssumme nicht eine ungeheure Geldverschwendung angesichts der angestrebten Energiewende der Bundesregierung? Zwei Angehörige der Universität Greifswald diskutierten kontrovers in einem inszenierten Streitgespräch die Höhe der Forschungsmittel und der Nutzen der Forschung in Anbetracht der noch ungewissen Ergebnisse. Auch die Schüler beteiligten sich intensiv und konnten dabei auch ihr im Unterricht erworbenes Hintergrundwissen anbringen. Eine breite Einigkeit herrschte bei allen, dass Grundlagenforschung wie die hier angewandte Plasma-Forschung – auch wenn sie teuer ist –angesichts heutiger Energieprobleme als unverzichtbar angesehen werden muss.

Der Besuch des Fusionsreaktors in Greifswald hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Schülern des Technischen Gymnasiums. „Vielleicht gibt dieser spannende Einblick in ein Forschungszentrum den Startpunkt für die ein oder andere naturwissenschaftliche Karriere“, schmunzelt Karl-Wilhelm Koch, Lehrer für Umwelttechnik und Organisator der Besichtigung.